Wie aus Anke ein Willibald wurde

Wie manch einer weiß, sollte ich für drei Tage in ein Krankenhaus um eine Untersuchung machen zu lassen. Diese ist insofern wichtig, als  das Ergebnis dieser Untersuchung dazu beiträgt eine Entscheidung zu finden: Operation ja oder nein.

Ich gebe auch sehr gern zu, dass ich absolut kein Krankenhausfan bin.

Da ich mir eine Besserung meines Gesundheitzustandes wünsche, um wieder zu 80 % am Leben teilnehmen zu können, nehme ich alle Termine wahr.

 

Diesen Text schreibe ich, um klarzustellen, dass ich keineswegs kein Verständnis für Notoperationen und Notfälle habe, oder Pflegekräfte sowie Ärzte -ganz im Gegenteil.

Ich achte die Arbeit dieser Menschen! Was ich aber nicht als passend empfinde, ist die Organisation, Pampigkeit gegenüber Patienten und Stress, der u.a. dazu führt, dass man als Patient evtl. das falsche Medikament serviert bekommt.

Ich lasse mir nur ungern in den Mund legen, dass ich kein Verständnis dafür habe, nicht termingerecht dran gekommen zu sein, weil es viele Notfälle gab.

Mich hat einfach nur genervt, dass man den ganzen Tag angeschwiegen wird, und nicht weiß ob man denn noch dran kommt oder nicht. Man liegt so in der Gegend rum, nichtstuend und nichts wissend.

Die Organisation war seltsam. Schon am ersten Tag hieß es, ich solle am selben Tag meine Untersuchung bekommen, obwohl dies ja erst am nächsten Tag durchgeführt werden sollte.

Das ganze Procedere wurde durchlaufen von Blutuntersuchung, Pipispende, Fragen beantworten und körperlichen Untersuchungen.

Bei der körperlichen Untersuchung muss ich ein großes Lob an den Praktikantenarzt aussprechen. So gründlich wurde ich seit 20 Jahren nicht mehr untersucht.

 

Nachmittags hieß es dann : Ja ne, das ist ein Fehler in der Organisation, Sie kommen doch erst morgen dran.

Am nächsten Tag dann hieß es warten. Gegen mittag sollte es dann evtl. losgehen. Nix passierte. Abends erhielt ich die Ansage, dass wegen der vielen Notfälle doch erst am dritten Tag behandelt wird.

Das hätte geheißen, dass ich über den Geburtstag im Krankenhaus liege und ich überlegte ob denn am nächsten Tag weniger Notfälle reinkämen. Auch überlegte ich, dass wenn irgendwas schief läuft ich ja noch länger dort bleiben müsse. Und ich weiß auch, dass an Wochenenden nicht sehr viel abläuft ;-)

Das alles trieb mich schon in den "genervt Status" und ich beschloss im Krankenhaus zu bleiben.

Ich bekam mein Abendessen serviert. Ich setzte mich an den Tisch und wollte schon anfangen das Brot zu streichen, als mir ein Medikamenten Becherchen auffiel. Ich dachte: Hm, ist die Kommunikation schon so übel, dass einem einfach was verabreicht wird?

 

Wenn ich einen sehr schlechten Tag gehabt hätte, wäre ich so verpeilt gewesen, dass ich dieses Ding ( Pille) geschluckt hätte.

Einen Blutverdünner vor der Herzkatheteruntersuchung??? Wollen die mich umbringen?

Wollen die die Untersuchung noch weiter verschieben?

Ich sah endlich auf das Tablett und erkannte, dass ich das Essen und das Medikament von einem anderen Herzpatienten bekommen hatte.

Ich war nun zu Willibald mutiert. Das war nun echt das i-tüpfelchen des Tages!

 

Vielleicht kann man mich nun verstehen, dass ich nun umgehend und schnell die Flucht ergriff. Denn so etwas macht einem Angst!

 

Obwohl ich sauer  und meine Laune am nächsten Tag am Tiefpunkt angelangt war, bin ich am Ende dieser Schwester sogar dankbar für ihren Fehler. Denn so habe ich eine für mich schon lange anstehende wichtige Entscheidung fällen können.

 

Außerdem konnte ich meinen Geburtstag zu Hause verbringen :-)

 

Herzensgrüße

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