Wort zum Sonntag- blöde HOCM, blöde

Wenn ich jetzt aufgebe, war alle Mühe umsonst.

 

 

Am Liebsten würde ich alles hinschmeißen ( bezügl. Herz) und noch einmal neu anfangen. Geht aber nicht :-)

HOCM ist eine hinterlistige Herzmuskelkrankheit, die einen meiner Meinung nach - wie viele andere Krankheiten ebenfalls - an die eigenen Grenzen führt.

Es betrifft nicht nur einen selbst, sondern auch das Umfeld. Denn auch diese Menschen müssen damit klar kommen.

Was genau macht mich daran so verrückt?

Ich glaube, es ist diese Warterei. Auf Ergebnisse, auf Befunde. Dieses nichts tun können, ausser abwarten, alle Untersuchungen machen zu lassen, das Leben zu entschleunigen und versuchen gesünder zu leben.

Diese ständige Erklärerei nervt ebenfalls. Warum man gerade nicht mehr kann, warum gerade jetzt wieder Schwäche einen ausbremmst, warum man nun schon wieder von jetzt auf gleich erschöpft und kraftlos ist.

Und das beurteilt werden von  anderen, von wegen: "Verstehe ich nicht, Sie sehen immer so blendend aus!" Ja, weil ich einen guten Tag habe, an schlechten Tagen verstecke ich mich.

 

Oder: "Sie sind noch jung!" - Ach, echt? Ich fühle mich seit Monaten/ Jahren wie 80 +

Belastend ist auch die berufliche Sackgasse. Und die Gedanken:" Wie soll das alles weitergehen und wo endet das?"

 

Ganz grausam empfinde ich es auch, mir selbst beim innerlichen Zerfall zuschauen zu müssen. So nahe am Wasser gebaut zu sein, dass es mir schon peinlich ist. Das bin nicht ich. Eigentlich. Aber eigentlich bin ich es ja doch ;-) Denn es geht ja hier um mich.

 

Schlimm ist auch, wenn man sich selbst anschnautzt:" Jetzt reiß dich mal zusammen! Es gibt viel schlimmere Dinge. Schau dir die kleinen Herzkinder an, die tapfer alles ertragen und erwachsener, gelassener auf ihre Situation reagieren! Reiß dich einfach mal am Riemen, Fräulein!"

Letztlich holt mich dies wieder zurück ins Leben, ins JETZT. Dann spure ich wieder, setzte mir mein Krönchen auf, wische die Tränen weg und ziehe das Schwert im Sinne von : Jetzt erst recht! Weitergehen!

Von Natur aus bin ich kein Aufgebertyp und auch keine, die sich die Decke über den Kopf zieht und morgens nicht mehr aufsteht, weil alles so schlimm ist.

Um so schwerer fällt es, zu erkennen, dass die innere Kraft sich dem Ende zu neigt. Dass man vieles nicht mehr machen kann, worauf man aber so richtig Lust hat.

Ich erwische mich oft beim Gedanken: "Mach es doch einfach. Hop oder Top. Entweder oder".

Mach ich es dann, bekomme ich hinterher die körperliche Quittung! ABER: Der Kopf ist dann wieder frei und ich grinse mir eins. ( Nochmal gut gegangen, cherrie!)

 

Aufgeben ist nicht, auch wenn ich mich als Flennsuse komplett zum Affen mache.

Lieber für eine Weile Flennsuse, als aufzugeben. Sich selbst.

Alles Liebe! ♥